League Tables im M&A-Markt: Orientierung in einem fragmentierten Beraterumfeld

Im aktuellen Mergermarket-League Table für das erste Quartal 2026 belegen wir im deutschen M&A-Markt einen starken 1. Platz (exkl. Accounting- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften). Diese Platzierung ist für uns ein wichtiger Meilenstein – vor allem, weil sie unsere kontinuierliche Arbeit der letzten Jahre widerspiegelt.
27.05.2026

Gleichzeitig nehmen wir sie zum Anlass, einen Schritt zurückzutreten und grundlegend zu beleuchten, wie solche Rankings eigentlich entstehen, was sie aussagen und wie Unternehmer sie sinnvoll für die Auswahl des richtigen M&A-Beraters nutzen können.

Der Markt für M&A-Beratung ist fragmentiert wie kaum ein anderer Dienstleistungsmarkt. Neben globalen Investmentbanken und großen Beratungshäusern existiert eine Vielzahl spezialisierter Boutiquen – oft mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Branchenfokus und Transaktionsgrößen. 

Für Unternehmer stellt sich daher regelmäßig die gleiche Frage: Woran lässt sich Qualität im M&A eigentlich objektiv messen? Eine wichtige Antwort darauf liefern sogenannte League Tables. 

Was sind League Tables?

League Tables sind Ranglisten von M&A-Beratern, die in der Regel auf Basis von Transaktionsdaten erstellt werden. Typische Kriterien sind: 

  • Anzahl abgeschlossener Deals  
  • Transaktionsvolumen  
  • Region oder Marktsegment (z. B. Mid-Cap, Small-Cap)  
  • Rolle im Prozess (Sell-Side, Buy-Side etc.)  

Die Daten stammen meist von spezialisierten Datenanbietern wie Mergermarket, Refinitiv oder PitchBook und werden regelmäßig veröffentlicht. Das Ziel: Transparenz in einem ansonsten schwer vergleichbaren Markt schaffen. 

Wie entstehen League Tables?

Die Erstellung folgt einem klar strukturierten Prozess: 

  1. Datensammlung: Transaktionen werden erfasst, häufig basierend auf veröffentlichten Deals oder gemeldeten Mandaten.  
  2. Kategorisierung: Einordnung nach Region, Dealgröße oder Branchenfokus 
  3. Zuordnung der Berater: Jeder Deal wird den beteiligten Beratern zugerechnet.  
  4. Ranking: Sortierung nach definierten Kennzahlen (z. B. Dealanzahl oder Volumen) 

Wichtig dabei: Nicht jede Transaktion ist öffentlich sichtbar. Insbesondere im Mittelstand bleibt ein erheblicher Teil der Deals unter dem Radar. Viele Transaktionen werden sogar ganz ohne Berater durchgeführt.  

Was sagen League Tables wirklich aus?

League Tables sind kein Selbstzweck, sondern sie liefern konkrete, wertvolle Informationen:

Markterfahrung und Dealflow

Eine hohe Platzierung bedeutet in der Regel: 

  • kontinuierliche Transaktionsaktivität  
  • Zugang zu Käufern und Investoren  
  • eingespielte Prozesse 

Relevanz im jeweiligen Segment

Gerade im Mid-Cap- und Small-Cap-Bereich ist entscheidend: 

  • Wer ist regelmäßig aktiv?  
  • Wer kennt die spezifischen Marktmechaniken? 

Kontinuität statt Einzelerfolg

Ein einmaliger großer Deal kann Zufall sein, eine wiederkehrend gute Platzierung über Jahre hinweg hingegen deutet auf: 

  • belastbare Prozesse  
  • funktionierende Marktansprache  
  • stabile Qualität  

Genau hier liegt der eigentliche Mehrwert von League Tables. 

Warum League Tables im Mittelstand besonders wichtig sind

Im Mittelstand fehlt oft die Transparenz, die man aus dem Large-Cap-Segment kennt, denn viele Transaktionen sind nicht öffentlich, Referenzen sind schwer vergleichbar und Mandate entstehen häufig über persönliche Netzwerke. 

League Tables fungieren hier als eine Art externe Validierung, denn sie machen Leistung sichtbar, reduzieren Informationsasymmetrien und schaffen Vertrauen bei Unternehmern. 

Ein besonders aussagekräftiger Blick ergibt sich, wenn man League Tables nicht isoliert für ein einzelnes Jahr betrachtet, sondern über mehrere Jahre hinweg kumuliert. Die nachfolgende Grafik zeigt das M&A-Ranking von Mergermarket für den deutschen Markt über die letzten drei Jahre aggregiert. Durch diese Betrachtung wird kurzfristige Volatilität ausgeblendet und der Fokus auf nachhaltige Aktivität gelegt. 

In dieser kumulierten Auswertung erreichen Syntra Corporate Finance & Nachfolgekontor – unter Ausklammerung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften – Platz 2 im Ranking. Dieses Ergebnis unterstreicht vor allem eines: Kontinuität. Denn eine solche Position lässt sich nicht durch einzelne Transaktionen erzielen, sondern nur durch eine dauerhaft hohe Dealaktivität und eine belastbare Marktansprache über mehrere Jahre hinweg. 

Der Unterschied zwischen kurzfristigem Erfolg und nachhaltiger Qualität

Die Dynamik im M&A-Markt zeigt immer wieder: Sichtbarkeit und nachhaltiger Erfolg sind nicht dasselbe. Ein prägnantes Beispiel ist die Boutique Zumera: Diese wurde 2023 als ambitionierte Ausgründung aus Saxenhammer gestartet und verzeichnete zunächst starkes Wachstum, hohe mediale Präsenz und klaren Marktanspruch. Doch nur wenige Jahre später (2026) wurde über eine Insolvenz berichtet. 

Dieses Beispiel zeigt zweierlei: 

  1. Schneller Markterfolg ist möglich, insbesondere mit klarer Positionierung und Momentum. 
  2. Nachhaltiger Erfolg erfordert mehr – vor allem belastbare Prozesse, wiederholbare Qualität und langfristige Mandatsarbeit. 

Oder anders formuliert: Den schnellen Erfolg kann jeder erzielen. Entscheidend ist, ihn zu verstetigen. 

Fazit: League Tables als Kompass

League Tables sind ein wertvolles Instrument in einem unübersichtlichen Markt: Sie schaffen Transparenz, zeigen Aktivität und Erfahrung und machen nachhaltige Performance sichtbar. 

Besonders aussagekräftig sind sie, wenn man nicht nur auf eine Momentaufnahme schaut, sondern auf die Entwicklung über mehrere Jahre. Denn am Ende gilt im M&A-Bereich mehr als in vielen anderen Branchen: Langfristiger Erfolg ist der beste Beleg für die Qualität eines Beratungsansatzes.