{"id":2569,"date":"2021-06-07T16:47:41","date_gmt":"2021-06-07T16:47:41","guid":{"rendered":"https:\/\/syntracf.com\/ma-beratung-vorsicht-grundangler-ein-interview-mit-marktmittelstand\/"},"modified":"2026-07-07T06:23:29","modified_gmt":"2026-07-07T06:23:29","slug":"ma-beratung-vorsicht-grundangler-ein-interview-mit-marktmittelstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/syntracf.com\/en\/ma-beratung-vorsicht-grundangler-ein-interview-mit-marktmittelstand\/","title":{"rendered":"M&#038;A-Beratung: Vorsicht Grundangler!"},"content":{"rendered":"<div id=\"c1325431\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"tx-fgcontent\">\n<div class=\"page-info image-above\">\n<div class=\"text\">\n<div class=\"abstract\"><b>Markt und Mittelstand: K\u00f6nnen sie mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren in ihrem Beratungshaus den gestandenen Patriarchen aus dem Mittelstand wirklich weiterhelfen? Wie wird man in dieser Branche ernstgenommen?<\/b><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"c1325441\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"tx-fgcontent\">\n<div class=\"text clearfix\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Patrick Seip:<\/b> Nicht auszuschlie\u00dfen, dass uns fr\u00fcher der eine oder andere Patriarch hinter vorgehaltener Hand auch mal bel\u00e4chelt hat. Aber das ist schon lange kein Thema mehr. Was sicherlich an unserer Mandantenliste und unseren Beratungserfolgen liegt. Und bestimmt auch daran, dass die Unternehmer oft viel j\u00fcnger geworden sind.<br \/>\n<b>Julian Will:<\/b> Es mag sein, dass so mancher altgediente Unternehmer zun\u00e4chst zur\u00fcckhaltend war, weil er uns f\u00fcr zu jung gehalten hat. Aber sobald wir ins Gespr\u00e4ch kommen, verschwinden solche Vorbehalte. Weil dann sofort Vertrauen entsteht.<\/p>\n<div id=\"c1325461\" class=\"csc-default\">\n<div class=\"tx-fgcontent\">\n<div class=\"text clearfix\">\n<p class=\"bodytext\"><b>Sie haben eine ganz eigene anonyme Methode zur Unternehmensbewertung?<\/b><br \/>\n<b>Seip:<\/b> Wir halten wenig vom Standardbewertungsprozess, weil wir aus unserer langj\u00e4hrigen M&amp;A-Erfahrung wissen: Der theoretische Wert eines Unternehmens hat doch in den meisten F\u00e4llen nichts damit zu tun, was ein m\u00f6glicher K\u00e4ufer in der jeweiligen Situation bereit ist, daf\u00fcr zu bezahlen. Insbesondere finden aktuelle Rahmenbedingungen bei theoretischen Bewertungen nur unzureichend Ber\u00fccksichtigung. Stattdessen lassen wir die Unternehmen von tats\u00e4chlichen Kaufinteressenten bewerten, ohne die Identit\u00e4t des zum Verkauf stehenden Unternehmens offenzulegen. Trotz Anonymit\u00e4t sind die von uns \u00fcbermittelten Informationen so aussagekr\u00e4ftig, dass wir auf dieser Basis absolut belastbare und nachhaltige Angebote einholen. Damit liefern wir unseren Auftraggebern neben dem aktuellen Marktwert auch die Kaufinteressenten gleich mit.<br \/>\n<b>Will:<\/b> Wir scannen und analysieren den Markt und identifizieren die tats\u00e4chliche Zahlungsbereitschaft der Interessenten. Das f\u00fchrt bei vielen Projekten zu enormen Bewertungsspannen. Durch den strukturierten Prozess und die fortw\u00e4hrende Bietersituation maximieren wir die Transaktionssicherheit und erarbeiten gemeinsam mit unseren Mandanten die beste Gesamtl\u00f6sung.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Die League Tables helfen in der Popularit\u00e4t. Was haben aber Kunden davon?<\/b><br \/>\n<b>Will:<\/b> Die League Tables haben in der Branche schon einen gewissen Stellenwert. Sich mit den ganz gro\u00dfen Namen zu messen, ist Ansporn und Motivation f\u00fcr unsere Projektteams. Davon profitiert in erster Linie der Kunde. Au\u00dferdem herrscht unterhalb der \u201egro\u00dfen Namen\u201c wenig Transparenz im Beratermarkt. Externe Referenzen sind extrem hilfreich und dienen den Unternehmern als erste Orientierung. Nat\u00fcrlich nutzen wir unsere Auszeichnungen auch gerne in der Kommunikation.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Pr\u00fcfen Sie, was aus den Deals, die sie vermitteln, am Ende wird?<\/b><br \/>\n<b>Seip:<\/b> Mit vielen Kunden bleiben wir auch nach der Zusammenarbeit in Kontakt. Dadurch wissen wir, dass sich die meisten Firmen nach einer Transaktion gut oder sogar sehr gut entwickeln. Die Frage, die wir nat\u00fcrlich nicht beantworten k\u00f6nnen, lautet: Wie h\u00e4tte das Unternehmen ohne die Transaktion performt? Die Zerschlagung und das Aush\u00f6hlen als Motivation f\u00fcr eine Transaktion geh\u00f6rt jedenfalls ins Reich der Fabeln. Sowohl strategische K\u00e4ufer als auch Finanzinvestoren verfolgen in erster Linie die Weiterentwicklung der Unternehmen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Will:<\/b> Wir beraten vor allem die bonit\u00e4tsstarken und gesunden Mittelst\u00e4ndler. In unsicheren Zeiten sind ergebnisabh\u00e4ngige Kaufpreisbestandteile h\u00e4ufig ein Werkzeug f\u00fcr die ad\u00e4quate Risikoteilung. In den vergangenen Jahren sind die Voraussetzungen f\u00fcr die Auszahlungen stets eingetreten. Einen besseren Beweis f\u00fcr die erfolgreiche Entwicklung der betreffenden Unternehmen kann es nicht geben.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Wie l\u00e4uft es denn derzeit in der Pandemie?<\/b><br \/>\n<b>Seip:<\/b> In den ersten sechs bis acht Wochen nach dem Pandemieausbruch um Fr\u00fchjahr 2020 herrschte Schockstarre. Nach diesem ersten Schreck wurden Prozesse, die schon fortgeschritten waren, wieder aufgenommen und sind auch zum Abschluss gekommen. Die Zahl der Verk\u00e4ufer hat seither abgenommen, die Zahl der K\u00e4ufer ist gestiegen. Die Investoren sind da. Es gibt aber gro\u00dfe Verlierer: Insbesondere in der Gastronomie und im Einzelhandel l\u00e4uft wenig. Dort sind zahlreiche neue Risiken sichtbar geworden. Die Gewinner kommen aus den Bereichen IT &amp; Software, Healthcare, E-Commerce, Bau &amp; Handwerk, Elektromobilit\u00e4t sowie den dazugeh\u00f6rigen Lieferketten.<br \/>\n<b>Will:<\/b> Die absolute Zahl der Transaktionen in Deutschland ist in der Pandemie bislang um etwa zehn Prozent gefallen. Megadeals finden nach wie vor statt. Auch f\u00fcr kleine Deals im Bereich bis 50 Millionen Euro Firmenumsatz sehen wir wieder positive Trends. Das mittlere Segment hat dagegen den gr\u00f6\u00dften R\u00fccksetzer erlitten.<br \/>\n<b>Seip:<\/b> Das gilt f\u00fcr Finanzinvestoren wie f\u00fcr strategische Investoren. Einige stellen fest: Wir haben die eine oder andere technologische Entwicklung intern verpennt, der Wettbewerb ist aber weitergerannt. Die wollen sich nun Knowhow durch Zuk\u00e4ufe aneignen.<br \/>\n<b>Will:<\/b> Ich glaube, dass wir jetzt, wenn die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht endet, viele Distressed-F\u00e4lle sehen werden. Unsicherheit ist Gift f\u00fcr den M&amp;A-Markt. Mit zunehmender Normalit\u00e4t wird der Markt f\u00fcr Unternehmenstransaktionen in den meisten Segmenten im Jahresverlauf wieder stark anziehen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Was sagen Sie denn den Gastronomen und Einzelh\u00e4ndlern, die jetzt verkaufen wollen?<\/b><br \/>\n<b>Seip:<\/b> Wer schon so lange ausgehalten hat, sollte weiterhin mit einem Deal warten. Es ist jetzt wahrscheinlich besser, nochmal vier Monaten innezuhalten, als schnell zu verkaufen. Es wird einen Nachholbedarf geben und diese Welle sollte dann jeder betroffene Unternehmer mitnehmen. Aber es h\u00e4ngt stark von der Situation ab. Wenn ein Unternehmer bereits viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen musste, wird es schwer, die n\u00e4chste Welle mitzunehmen. Das sind heikle Themen. Es d\u00fcrfte schwierig sein, f\u00fcr solche Kandidaten K\u00e4ufer zu finden \u2013 auch wenn es immer diese Grundangler gibt, die abfischen, was am Boden liegt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Warum ist das Transaktionsgesch\u00e4ft eigentlich so eine M\u00e4nnerdom\u00e4ne?<\/b><br \/>\n<b>Will:<\/b> Die Unternehmenswelt wird zunehmend diverser, das sollte nat\u00fcrlich auch im M&amp;A-Bereich so sein. Da hat unsere Branche noch Nachholbedarf. Und das k\u00f6nnen wir bei Syntra Corporate Finance sicherlich auch noch besser machen. Wir haben schon gute Beraterinnen in unseren Reihen. Viele aussichtsreiche Kandidatinnen wechseln jedoch in angrenzende Bereiche wie Asset Management, Private Equity, Investment Banking oder in die Finanzkommunikation, teilweise direkt bei unseren Kunden und Partnern.<br \/>\n<b>Seip:<\/b> Es kommt eben auch vor, dass Beraterinnen aus dem M&amp;A-Gesch\u00e4ft raus sind, weil die Zusammenarbeit mit dem einen oder anderen Patriarchen vom alten Schlag vielleicht nicht immer so ganz genderkonform verl\u00e4uft. Das wird sich hoffentlich \u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Ist denn das Bild des mittelst\u00e4ndischen Patriarchen noch immer das, was Sie \u00fcberwiegend vorfinden?<\/b><br \/>\n<b>Seip:<\/b> Ja, dieses Bild gibt es. Aber es verblasst. Der klassische Patriarch wird mehr und mehr zum erfolgskritischen Faktor. Wenn er nicht bereit ist, eine zweite und dritte F\u00fchrungsebene zu integrieren und kollegialer zu f\u00fchren, wird es f\u00fcr ihn und uns schwer, einen guten \u00dcbergabeprozess zu organisieren. Es ist oft eine Generationenfrage.<br \/>\n<b>Will:<\/b> Das typische Patriarchenwesen hat sich \u00fcberholt und ist nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df &#8211; weil es oft stark negative Auswirkungen auf die intrinsische Motivation der Mitarbeiter hat und somit auf die tats\u00e4chlich verbleibenden Werttreiber der Firma. Ein Verkauf ruht immer auf mehreren Schultern im Unternehmen. Wer das nicht sieht, der steht im Verkaufsprozess schlechter.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Patrick Seip und Julian Will, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der beiden M&#038;A-Beratungsh\u00e4user Nachfolgekontor und Syntra Corporate Finance (vormals sonntag corporate finance) f\u00fchren derzeit die Listen der erfolgreichsten M&#038;A-Berater im deutschen Mittelstand an. Was sie \u00fcber faire Unternehmenswerte, Patriarchen und M&#038;A-Beratung als M\u00e4nnerdom\u00e4ne denken, verraten sie im Interview.<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":5117,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[59],"class_list":["post-2569","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-presse-en"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/syntracf.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2569","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/syntracf.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/syntracf.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/syntracf.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/syntracf.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2569"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/syntracf.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2569\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6248,"href":"https:\/\/syntracf.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2569\/revisions\/6248"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/syntracf.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5117"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/syntracf.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2569"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/syntracf.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2569"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}